Wer verdichtet, aber nicht in einer Excel-Tabelle wohnen möchte, wohnt in der Altstadt. Selten wird so dicht und atmosphärisch gearbeitet und gewohnt wie in dieser. Ja, beides – denn: „Gelebte Dichte ist organisch, ist divers.“ schreibt der Ingenieur Paul Dominik Hasler in seinem Büchlein „Von Städten und Menschen“. Und: Dichte werde dann lebbar, wenn sie garantierte Freiräume und einen graduellen Übergang zur Interaktion biete. „Man sollte nicht aus der Wohnungstür in die Öffentlichkeit stürzen. Die italienischen Altstädte, beispielsweise, haben oft Aussentreppen, Loggien, kleine Terrassen. Der Übergang wird inszeniert.“ schreibt Paul Dominik Hasler. „Einfach mal das Sofa rausstellen!“, wird während einer Führung durch die Ausstellung „Kosmos Altstadt“ vorgeschlagen. – Im wahrsten Sinn „Aussenmöblierung“.
Gäbe es die Altstadt nicht, müsste man sie erfinden, neu erfinden – und bauen. Genau das stellt der Idealist Dominik Hasler mit seinen „Kurzgeschichten zur artgerechten Haltung“ vor: Wir haben genügend Organisation in unserem Leben“. Und nachdem wir die Schweiz mit ausreichend Strukturen für innovationsferne Wohnkonformisten ausgestattet haben, wären jetzt die Idealisten an der Reihe.
Paul Dominik Hasler hat zusammen mit Urs Brülisauer das Netzwerk Altstadt aufgebaut und selber in über 40 Städten/Gemeinden beratend gewirkt. Er ist seit 2011 Experte von EspaceSuisse.